ÜBERSICHT:  

Wie alles begann

Kreisfeuerwehrtag

Neuzeit

 

Die Anfangsjahre der Wulmersreuther Wehr

In unserer Gegend wurde die erste Freiwillige Feuerwehr in Hof (1856), in Münchberg (1864 und Helmbrechts (1865) gegründet. Im Jahre 1869 gab es in Bayern bereits 438 Feuerwehren, nachdem sich die Turnvereine dieser guten Sache angenommen hatten.
Seit den Sechziger Jahren bemühte sich auch das Bezirksamt Münchberg intensiv um den Feuerwehrschutz auf dem Lande. Vor allem versuchte es die Gemeinde dazu zu bewegen, Feuerwehrspritzen anzuschaffen. Doch davon wollte die Gemeinde Markersreuth, zu der Wulmersreuth damals gehörte, zunächst sehr wenig wissen. Sie verwies auf die hohen Kosten und auf ihren großen Bezirk und gebrauchte sonst noch alle möglichen Ausflüchte. Die Meinung der Wulmersreuther Bauern zu diesem Thema spiegelte sich in einem Bericht der Gemeinde Markersreuth an das Bezirksamt Münchberg vom 20. September 1869 wieder. Dort heißt es:
"Der Ort Wulmersreuth erklärte dagegen: Wir haben die Feuerwehrspritze von Weißdorf und Bug in der Nähe und können uns zur Anschaffung einer solchen nicht an Markersreuth anschließen, indem wir zu weit entfernt sind, und nur auf  Umwegen, z.B. über Münchberg, mit Fuhrwerk von Markersreuth nach Wulmersreuth zu kommen ist."
In einem anderen Schreiben vom 26. November 1869 vertrat der Bürgermeister von Markersreuth die Ansicht, dass die in jedem Bauernhof vorhandenen und zum Tragen eingerichteten Kübel, die sog. Siedschäffel, sowie die von jedem Hausbesitzer bereitgehaltenen  Handspritzen, Feuereimer, Feuerleitern und Feuergabeln für einen wirkungsvollen Brandschutz ausreichend seien. Im übrigen sei die Lage der Häuser und Gebäude in sämtliche Ortschaften so beschaffen, "dass bei ausbrechenden Brand, wenn nicht Stürme die Löschung unmöglich   machen, nur wenige Gebäude abbrennen können".
An diese fatalistische Einstellung änderte sich zunächst auch nichts, als die Gründung von Feuerwehren nach dem Krieg von 1870/71 überall neuen Auftrieb erhielt. Ein Ausschreiben der Regierung von Oberfranken vom 17. Dezember 1872 wollte diesen Vorgang beschleunigen. Aufgrund dieses Appells forderte das Bezirksamt Münchberg am 6. April 1873 alle Gemeinden die noch nicht über eine Feuerwehr verfügen, "wiederholt und eindringlich" auf , "solche sofort ins Leben zu rufen und über den Vollzug binnen vier Wochen Anzeige zu erstatten". Aber auch dieser Aufruf fand in der Gemeinde Markersreuth noch kein Echo.
Wie es dann doch in Wulmersreuth zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr gekommen ist, lässt sich aus den Akten nicht entnehmen.
Man darf jedoch annehmen, das dabei der Brand vom 14. September 1874, der das Anwesen des Bauern Georg Schaller vernichtet, eine wichtige Rolle gespielt hat. Damals musste man warten, bis die Feuerwehren von Weißdorf, Münchberg und Sparneck eingetroffen waren, wobei vor allem die erstgenannte durch ihren raschen und entschlossenen Einsatz weiteres Unheil verhüten konnte. Diese Feuersbrunst hat wohl den letzten Anstoß zur Gründung einer Feuerwehr in Wulmersreuth gegeben, denn bei dieser Gelegenheit war jedem der Nutzen einer geschulten und straff organisierten Feuerwehr offenbar geworden. Im Verzeichnis der bayrischen Feuerwehren von 1898 ist als Gründungstag der Wulmersreuther Wehr der 20. März 1876 angegeben. Diese Datum ist auch bei der Überprüfung dieses Verzeichnisses durch das Bezirksamt Münchberg anerkannt worden, so dass kein Zweifel an einer Richtigkeit besteht.
Aus der Statistik über die von den einzelnen Feuerwehren für das Jahr 1876 beantragten Unterstützung geht hervor, dass in Wulmersreuth 670 Mark für die Anschaffung von Löschgeräten ausgegeben worden sind. Auch dies dürfte mit der 1876 vollzogenen Bildung der Feuerwehr zusammenhängen.
In den folgenden Jahren erhielt die Wulmersreuther Wehr zur Ergänzung Ihrer Ausrüstung immer wieder kleinere Geldzuwendungen aus einem Distriktfond.
Als Ende September 1880 Beauftragte der Regierung von Oberfranken die zum Bezirksamt Münchberg gehörenden Ortschaften visitierten, überprüften Sie gleichzeitig den Stand des Feuerlöschwesens. Über den Besuch in Wulmersreuth am  28. September fertigten sie nachstehende Niederschrift: " schließlich wurde noch von dem Spritzenhaus zu Wulmersreuth Einsicht genommen, wo eine auf dem Handwagen gebaute Saug- und Druckspritze (siehe Bild)  neuster Konstruktion und nebenan unter einem Schutzdache vier Feuerwehrleitern sich befinden. Die Handhabung der Bau- und Feuerpolizei hat in der Gemeinde zu einer Erinnerung keine Veranlassung gegeben".
Eine Statistik über das Feuerlöschwesen im Bereich des Bezirksamtes Münchberg vom 20. Mai 1887 enthält über die Wulmerseuther Feuerwehr folgende Angaben:

"Mitglieder: 23; Gründungsjahr: 1876; Uniformierungen: Dienststöcke, Helme, Mützen; Ausrüstung: Mütze, Gurt, Leine, Hupe, Spitzbeil Saug und Druckspritze: vierrädrige, nicht abprotzbar. Vorhandene Geräte: 4 Feuereimer aus Leder, 5 Normalgewinde, 5  Kuppelstücke,   58 Handdruckschläuche, 1 Saugschlauch, 1 Anstell-Leiter ohne Stützstangen, 1 Dachleiter, 1 Branddirektionsfahne, 1 Trompete, 3 Hupen, 4 Pfeifen. 

Handdruckspritze aus dem Jahre 1876

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Wachen sind nicht organisiert. Dienstleistungen 1886: 7 Übungen , 1 Inspektion, 3 Brände außerhalb der Gemeinde. Feuerwehrhaus und Bespannung: Feuerwehrhaus genügt, die Bespannung erfolgt durch die Pferdebesitzer des Ortes. Alarmierung im Brandfall: Trompetensignale. Feuerreiterdienst: Es sind Feuerläufer aufgestellt. Wasserversorgung : 6 Brunnen  im Ort, 1 Feuerweiher. Gesamtkosten des Feuerlöschwesens 1886: 40Mark ."

Für das Jahr 1892 erbat sich die Freiwillige Feuerwehr in Wulmersreuth aus dem Kreisfond eine Unterstützung von 50 Mark. Sie sollten für die Anschaffung von mindestens 25m Schläuchen und die Vervollständigung der Ausrüstung verwendet werden. Das Bezirksamt Münchberg schlug einen Betrag von 40 Mark vor und bemerkte dazu: "In der Gemeinde Markersreuth bestehen 4 Feuerwehren. Die kleinste davon ist die von Wulmersreuth, welche nur für den kleinen, 18 Haushaltungen mit 113 Einwohnern zählenden Ortsbezirk errichtet ist. Das vorhandene Schlauchmaterial ist ungenügend und durch Anschaffung weiterer neuer Schläuche zu ergänzen. Da nun die Ortsgemeinde Wulmersreuth mit Schulden und Umlagen in hohem Grade belastet ist und die Freiwillige Feuerwehr bis jetzt eine Unterstützung aus dem Kreisfond nicht erhalten hat, wird deren Gesuch befürwortet. Inwieweit ein weiteres Gesuch für das Jahr 1895 um Zuweisung von 100 Mark zu Anschaffung von 40m Schläuchen und einer Leiter sowie für die Reparatur der Spritze und des Leiternhauses berücksichtigt werden konnte, geht aus den Akten nicht hervor.
Ebenso wenig  können daraus andere zweckdienliche Angaben über die Freiwillige Feuerwehr in Wulmersreuth für die folgenden Jahre gewonnen werden. 
Für die Zeit von 1900 bis Ende des Zweiten Weltkrieges liegen keine Aufzeichnungen bzw. Protokollbücher vor. Versuche, sie wieder aufzufinden blieben bisher erfolglos. Insofern bleibt hier bei unserer Feuerwehr eine "Geschichtslücke". Den Anknüpfpunkt zur neueren Geschichte bildet als ersten Höhepunkt die Anschaffung einer Tragkraftspritze TS/4 im Jahre 1951. Zeitgleich wird dazu ein hölzernes Feuerwehrhaus erstellt. Im Jahre 1967 wurde die erste Leistungsprüfung der Stufe 1 (Bronze) abgelegt.

Hermann Raithel Albin Wolfrum Robert Hutschreuther Ernst Puchta Hermann Sachs Gerhard Völkel Günther Greim Karl Wolfrum Herbert Schmutzler Herbert Völkel Albin Schödel Günther Dannert

 Leistungsprüfung aus dem Jahre 1967 - im Vordergrund die Spritze TS/4 - im Hintergrund das alte Holzfeuerwehrhaus aus dem Jahre 1951.

Die Wulmersreuther Wehr nach einem Übungseinsatz auf der Straße neben dem Dorfanger aus dem Jahre 1953

Am  26. und 27 Mai  1973 fand in Wulmersreuth der erste Kreisfeuerwerhrtag nach der Gebietsreform in dem neu zusammengefassten Landkreis Hof statt. In einem großen Festabend am 26. Mai 1973 wurde das 650-jährige Bestehen des Ortes Wulmersreuth gefeiert.

-Bild vergrößern-

Die Mannschaft aus dem Jubiläumsjahr 1973 

Auch Ehrengäste waren zu Gast in Wulmersreuth. 

Ein langer Festzug bewegte sich durch den Ort.

Durch die Mithilfe aller wurde das große Fest vorbereitet.

Viele Wehren und Gäste fanden sich ein...

     
Eine Grundvoraussetzung für einen wirksamen Feuerschutz ist natürlich das Löschwasser. Am 20 November 1975 wurde daher mit dem Bau eines 160 Qubikmeter großen  unterirdischen Löschwasserbehälters begonnen, wobei die Wulmersreuther Wehr mit Spenden und großen Arbeitseinsatz maßgeblich zur Ausführung beigetragen hat. Als weitere Maßnahme wurde 1979 der Dorteich entlandet.

Eine gute Alarmierung ist für einen schnellen Einsatz im Ernstfall sehr wichtig. Deshalb entschloss man sich 1980 eine Sirene auf dem Gerätehaus anzubringen.

Seit 1985 werden in Wulmersreuth regelmäßig Leistungsprüfungen abgehalten

Neues Gerätehaus am Dorfteich erbaut im Jahre 1972

Gruppenbild nach bestandener Leistungsprüfung im Jahre 1995
 

 

kritisch prüft Schiedsrichter B. Hohenberger das Kuppeln der Saugleitung

Maschinist Gerhard Völkel beim Starten der alten TS/8

1988 hat die Wulmersreuther Wehr Ihren Beitritt zum Feuerwehrmuseum in Schauenstein und 1994 zum Feuerwehrverband erklärt.
1998 wurde das Feuerwehrhaus renoviert.
Technische Probleme mit der alten TS/8 veranlassten die Wulmersreuther Wehr über eine Ersatzbeschaffung von Gerät und Anhänger nachzudenken. Als die Gemeinde der Neuanschaffung stattgab, war in Wulmerseuth die Freude groß, endlich mal was neues zu bekommen. Mit einem 2-tägigen Fest am 4. und 5. Juni 1999 wurde die Übergabe des neuen Tragkraftspritzanhängers ausgiebig gefeiert

Übergabe des neuen Anhängers im Juni 1999

Die Freiwillige Feuerwehr feierte am 9. und 10 Juni 2001 ihr 125-jähriges Bestehen. In Dankbarkeit erinnern wir uns all jener Männer, die sich vor nunmehr 126 Jahren mit der Gründung der Wehr in den Dienst des Nächsten stellten und damit den Grundstein für einen steten Aufwärtstrend der Wehr legten.